Editorial

© Konstantin Mikulitsch

Sehr geehrte Damen und Herren!

Heuer feiert St. Pölten nicht nur durch die Erhebung zur Landeshauptstadt vor 40 Jahren ein bedeutendes Jubiläum, sondern gleichzeitig auch das Barock Festival. Seit nunmehr 20 Jahren zelebriert die Reihe genau jene Epoche, die das Gesicht der Stadt in Form von Fassaden und Gebäuden am meisten prägte und so bis heute nachwirkt. In St. Pölten ist diese Epoche untrennbar mit dem Namen Jakob Prandtauer verbunden.

2026 ist zugleich ein Gedenkjahr für diesen herausragenden, aus Tirol stammenden Architekten, der in unserer Stadt nicht nur meisterhafte Gebäude errichtete, sondern hier auch sein Zuhause fand und vor 300 Jahren verstarb.

Neben der Architektur ist auch die Faszination für die übrigen Künste dieser Zeit ungebrochen. Wie lebendig und zeitgenössisch die Alte Musik durch ihre Eleganz und auch durch moderne Einflüsse geblieben ist, stellt das Programm des Barock Festivals eindrucksvoll unter Beweis. Unserem Intendanten Alois Mühlmacher ist es einmal mehr gelungen, eine enorm vielfältige Mischung aus Künsten von Musik über Tanz bis zu Literatur zusammenzustellen. Auf diese Weise weiß das Festival auch nach zwei Dekaden noch jedes Jahr aufs Neue zu überraschen und zu begeistern.

Genießen wir die Fülle an Veranstaltungen und nehmen wir uns den Titel „Die Umarmung der Welt“ in Zeiten multipler Krisen zu Herzen, um wieder näher zusammenzurücken.
Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung!

Mag. Matthias Stadler

© Toni Suter

Sehr geehrtes Publikum!

Der Mensch ist auf der Suche nach Wohlklang, nach Liebe und Zuneigung. Wir alle sehnen uns nach Momenten der Nähe und der Verbundenheit. Erfahrungen, die uns einen, unabhängig von Herkunft, Lebensweg oder Bestimmung. Diese zutiefst menschliche Sehnsucht bildet den Ausgangspunkt der Jubiläumsausgabe des Barock Festivals St. Pölten, die unter dem Leitmotiv „Die Umarmung der Welt“ steht. Die Frage nach dem Sinn des Lebens begleitet den Menschen seit jeher. Sie ist eine offene, niemals endgültig zu beantwortende Suche. Doch im Streben nach dem Guten, nach Nächstenliebe und Glück – und nicht zuletzt in der Kunst – findet diese Suche immer wieder Momente der Erfüllung. Die Barockmusik, mit ihrer unmittelbaren Sprache der Affekte, vermag diese existenziellen Fragen hörbar zu machen und emotionale Räume zu öffnen, in denen sich Menschen begegnen.

Zum 20-jährigen Bestehen versteht sich das Barock Festival St. Pölten nicht nur als Anlass zum Feiern, sondern auch als Bekenntnis zur Kontinuität. Als Ort künstlerischer Beständigkeit, an dem Musik und Kunst in höchster Qualität gepflegt und zugleich weitergedacht wird. Unser Ziel ist es, das Festival als verlässlichen Anker und Fixpunkt im kulturellen Jahreskreis der Stadt St. Pölten weiter zu festigen.

Durch Kooperationen mit der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien sowie der Akademie für bildende Kunst Wien setzen wir bewusst ein Zeichen der Öffnung und der Förderung junger Künstler:innen. Mit dem Format Wolkentöne wird Barockmusik zudem auch für die jüngsten Zuhörer:innen auf behutsame interaktive Weise erlebbar.

Internationale Weltstars wie die Mezzosopranistin Lea Desandre mit dem Jupiter Ensemble, Il Pomo d’Oro oder der große Liedbegleiter Helmut Deutsch stehen dabei ebenso auf dem Programm wie herausragende heimische Ensembles – darunter das Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck und die Cappella Nova Graz unter Otto Kargl.

So wird das Barock Festival St. Pölten 2026 zu einem großen barocken Fest – zum 20-jährigen Bestehen des Festivals und zugleich zum 40-jährigen Jubiläum der Stadt. Eine Umarmung, die glanzvoll sein darf, aber auch Raum für leise, innige Momente lässt.

Ihr Alois Mühlbacher
Intendant Barock Festival St. Pölten

© Udo Titz

Peter Kogler

Für das Sujet des Barock Festivals St. Pölten 2025 zeichnet sich erneut der renommierte österreichische Künstler Peter Kogler verantwortlich. Das Sujet (Globus) wird in signierter Form als limitierter Kunstdruck aufgelegt.

Peter Kogler
Barock Festival St. Pölten, 2026
Kunstdruck / Fine Art Print
297 x 420 mm
Auflage: 20 signiert